Die ultimative Anleitung: Effektives Lernen in wenigen Schritten

Die ultimative Anleitung: Effektives Lernen in wenigen Schritten

Das Wintersemester geht langsam zu Ende, im Januar stehen die Prüfungen an und die Weihnachtszeit verringert die ohnehin rar gesäten Zeitfenster, um sich vernünftig vorzubereiten. Die Lösung? Effektives Lernen! Wir haben uns für Dich auf die Suche nach sinnvollen und bewährten Lernmethoden gemacht, damit Du Dir gerade in der Vorweihnachtszeit nicht unnötigen Stress machen musst.

Einen Lernplan erstellen

Zuallererst solltest Du Dir natürlich alle Prüfungstermine und -themen besorgen, um Deine zur Verfügung stehende Zeit einteilen zu können. Wenn Du nicht weißt, was Du wofür lernen musst, hilft Dir leider auch die beste Lernmethode nichts. Nachdem Du Dir einen möglichst exakten Überblick verschafft hast, kannst Du die Tage und Stunden durchzählen, die Dir tatsächlich zum Lernen bleiben. Rechne gerne etwas konservativer. Wenn sich nachher herausstellt, dass Du doch schneller fertig geworden bist, kannst Du die Freizeit ohne schlechtes Gewissen genießen und unbeschwert “auf den Kopf hauen”, Dich mit Freunden und Familie treffen, Sport machen, Weihnachtsmärkte besuchen oder in der Vorweihnachtszeit durch die geschmückten Innenstädte bummeln.

Ziehe am besten direkt von Anfang an freie Tage ab (idealerweise die Wochenenden) und plane auch immer ausreichend Pausenzeit mit ein. Du bist ein Mensch und kein Roboter, der 24 Stunden am Tag volle Leistung abrufen kann. Hast Du Lernstoff auf der einen Seite und verfügbare Lernzeit auf der anderen Seite miteinander verknüpft, geht es an die Auswahl der besten Lernmethode.

Welcher Lerntyp bist Du?

Es gibt keine Lernmethode, die für alle Menschen und ohne Ausnahme perfekt passt. Einige Menschen verinnerlichen Fachwissen am besten durch intensives Studium trockener Literatur, einige können den Lernstoff leichter durch Zuhören aufnehmen, manche benötigen Bewegtbilder, um Zusammenhänge aufzunehmen. Letztendlich gibt es auch noch die “Hybrid-Lerner”, die eine Kombination aller aufgeführten Kanäle bevorzugen – am weitesten verbreitet sind übrigens tatsächlich die unterschiedlichen Mischformen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, kannst Du Dir selbst einen Test erstellen, der wesentlich aussagekräftiger als die im Netz verfügbaren Lerntypentests ist, da er exakt auf Deine Persönlichkeit eingeht und keine Verallgemeinerungen enthält. Suche Dir vier verschiedene Themen aus einem Fachgebiet, die sich in Bezug auf Komplexität, Umfang und Abstraktion ähneln. Nun nehme Dir die Zeiteinheit, die Du auf Basis des Lernplans für diesen Stoffumfang zur Verfügung hast und versuche Thema 1 ausschließlich durch Lektüre, Thema 2 durch Abhören einer Audioaufnahme (die entweder bereits erhältlich ist, netterweise von einem befreundeten Kommilitonen eingesprochen wurde oder die Du während der Vorlesung mit Einverständnis des Dozenten mitgeschnitten hast), Thema 3 durch ein Video und Thema 4 durch eine Kombination aller drei Methoden, die aber natürlich jeweils nur ein Drittel der Zeiteinheit beanspruchen dürfen, aufzunehmen und zu verinnerlichen. Hast Du den für Dich prozentual überwiegenden Lerntyp definiert, bist Du in der Lage, den anfallenden Stoff entsprechend aufzubereiten – bzw. die verfügbaren Medienressourcen zu recherchieren und zu besorgen.

Lernmethoden

Stellst Du Dir den Stoff selbst zusammen, profitierst Du bereits in der “Produktionsphase” von der Beschäftigung mit dem jeweiligen Wissensgebiet. Jetzt kannst Du auch selbst Audioaufnahmen für Auto- oder Bahnfahrten einsprechen, Dir Karteikarten schreiben, Diagramme erstellen, Stoff zusammenfassen, Eselsbrücken bauen, Videos aufnehmen oder mit Deinen Kommilitonen Fragen diskutieren. Im Einzelnen stehen Dir folgende Lernmethoden zur Verfügung:

  • Visualisierungen

Zeichne Diagramme nach oder stelle rein theoretische Zusammenhänge möglichst anschaulich in Grafiken, Mindmaps oder mit Beispielbildern aus dem Internet dar. Der Vorteil: Diese Visualisierungen kannst Du Dir über den Schreibtisch hängen, um sie in Deinem Unterbewusstsein zu verankern. Gleichzeitig dienen Sie aber auch als Grundlage effektiver Gruppendiskussionen mit Kommilitonen oder externen Lernpartnern.

  • Zusammenfassungen

Kommt es bei Deinem Fachgebiet nicht darauf an, das jeweilige Thema wortwörtlich und sprachlich exakt widerzugeben, kannst Du auch hervorragend mit Zusammenfassungen, Neuformulierungen oder Abstraktionen arbeiten. Vorteil: Du reduzierst den Lernstoff erheblich – Nachteil: es besteht das Risiko, dass Dir Details “durchs Raster fallen”, die in der Prüfung explizit genannt werden müssen.

  • Den Lerntext in Fragen umwandeln

Eine ebenfalls sehr gute Methode, um den benötigten Lernstoff wirklich zu verstehen und zu verinnerlichen, besteht darin, aus den Thesen und Fakten sinnvolle Fragen abzuleiten – und zu beantworten. Vorteil: Du bereitest Dich besser auf Prüfungen vor, die auf einem Fragenkatalog basieren und schaffst auch eine probate Grundlage für eine inspirierende und effektive Gruppen-Diskussion. Nachteil: Einige spezielle Fakten und Zusammenhänge eignen sich weniger gut für Fragen und könnten unverdienterweise in den Hintergrund treten.

  • Zufallsgenerator Karteikasten

Um Abwechslung in den Lernstoff und die Reihenfolge zu bringen (und die Synapsen deines Gehirns durchgehend auf “Betriebstemperatur” zu halten), kannst Du Dir den Gesamtstoff auch in “verdaubare” Wissenspakete herunterbrechen und auf Karteikarten notieren. Auf diese Weise bietest Du Deinem Gehirn eine sinnvolle Strukturierung an, verinnerlichst den Stoff bereits beim Notieren und lockerst Deine Lernzeitfenster auf, indem Du nach dem Zufallsprinzip immer andere Karten aus dem Kasten ziehst und Dir durchliest. Diese Methode kannst Du natürlich mit Fragen kombinieren (und die Antworten auf die Rückseite der Karteikarten schreiben) oder auch mit legitimen Zusammenfassungen arbeiten. Weiterhin steht Dir dann für Wiederholungen oder zur Weitergabe an Freunde oder Kommilitonen eine praktische und handliche Aufbewahrungsform bereit. 

  • Gruppenvortrag

Schließe Dich mit Kommilitonen zu einer Lerngruppe zusammen und tragt Euch gegenseitig Eure Haupthemen vor. Als Lernbasis eignen sich die bereits erstellten Hilfen (Visualisierungen, Audio- und Video-Aufnahmen, Zusammenfassungen, Karteikarten, etc.). Deine Lernbereiche kannst Du aber auch “einfach” auswendig lernen, um sie bei der Prüfung problemlos und ohne groß nachzudenken abrufen zu können. Auswendiglernen eignet sich aber weniger für “Versteh-Themen”, die eine gewisse gedankliche Vertiefung erfordern. Nichtsdestotrotz gehören Gruppenvorträge, -diskussionen und -fragerunden zu den lockeren, inspirierenden und motivierenden Lernmethoden, die im Gegensatz zum trockenen Quellenstudium auch unerwartete Fragestellungen und Perspektiven ermöglichen. Gefahr: Wenn Ihr Euch im Laufe der Diskussion gegenseitig ablenkt, vom Thema abschweift oder beschließt, doch lieber in den Uni-Park zu gehen, kehren sich die Vorteile in das Gegenteil um. Gruppenarbeit erfordert daher eine gewisse Grunddisziplin und idealerweise auch einen Moderator, der sich durchsetzen kann.

Fazit

Ohne Vor- und Aufbereitung des Stoffs und Planung der verfügbaren Lernzeiträume geht es nicht. Wenn Du aber Deinen Lerntyp definieren kannst und Dir eine funktionierende Lernmethode erarbeitest, profitierst Du nicht nur während Deines Studiums davon, sondern weißt auch genau, wie Du im Laufe deines Berufslebens Prüfungen, Weiterbildungen, Zertifizierungen oder ähnliche Herausforderungen relativ locker bewältigen kannst.

7 Comments

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