Gehalt clever verhandeln – 5 Tipps

Gehalt clever verhandeln – 5 Tipps

Fast 40% aller Deutschen haben noch nie ihr Gehalt verhandelt. Zu dieser Erkenntnis kam die Geldanlageplattform WeltSparen  zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov 2000 in einer Studie mit 2000 Teilnehmer*innen. Aber eine Gehaltsverhandlung kann immer anstehen, beim Jobwechsel, im Vorstellungsgespräch, nach Ablauf der Probezeit oder wenn du mit Deinem Verdienst unzufrieden bist. Um vorbereitet zu sein solltest Du Dich mit diesem Thema vorab bereits beschäftigt haben.   
Wir zeigen Dir wovon Gehalt eigentlich abhängt und mit welchen Tipps Du zu Deinem Traumgehalt gelangst.  

Höheres Gehalt: Davon ist es abhängig 

Die folgenden Einflussfaktoren bestimmen, wie viel mehr Arbeitnehmer verdienen und in der Gehaltsverhandlung verlangen können: 

  • Qualifikation 
    Je besser ausgebildet und spezialisiert Du bist, desto mehr kannst Du verdienen. Studium, Zusatzqualifikationen und Fortbildungen sind immer gute Argumente, um in eine höhere Gehaltsgruppe zu kommen. 
  • Die Position
    Berufseinsteiger verdienen weniger als erfahrende Fach- oder Führungskräfte. Die größten Gehaltssprünge machen Arbeitnehmer zwischen 30 und 40 Jahren. Das Maximalgehalt wird in der Regel mit 52 Jahren erreichen. 
  • Unternehmensgröße 
    In internationalen Konzernen liegen die Gehälter meist höher als in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Als Orientierung: Ab 500 Mitarbeitern ist gegenüber dem Branchendurchschnitt ein Mehrgehalt von bis zu 50 Prozent erzielbar. 
  • Standort 
    Auf dem Land oder in strukturschwachen Regionen wird weniger Gehalt gezahlt als in der Stadt und anderen Ballungsgebieten. Aber aufgepasst, Großstädte punkten zwar mit einem hohen Gehaltsniveau, gleichzeitig sind hier die Lebenshaltungskosten aber auch höher. Dazu gibt es in Deutschland ein Süd-Nord-Gefälle: In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen werden die höchsten Gehälter gezahlt. In Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern die niedrigsten. 
  • Wirtschaftslage 
    Einflussfaktoren, wie Wachstum, Auftragslage und wirtschaftliche Zahlen beeinflussen die Bezahlung natürlich auch. Geht es dem Unternehmen besonders gut, hast Du in der Gehaltsverhandlung bessere Karten. Bei schwacher Konjunktur berufen sich Vorgesetzte gerne auf die sogenannte Killerphrase „Momentan können wir einfach nicht mehr zahlen.“ 

Wie geht man eine Gehaltsverhandlung nun am besten an? 

1. Wording: Gehaltsanpassung statt Gehaltserhöhung! 

Geld und auch Gehalt sind sensible Themen, dennoch solltest Du die Initiative ergreifen und Deinen Gehaltswunsch aktiv ansprechen. Der Ton macht die Musik, aber auch das Wording. Sprichst Du von einer Gehaltserhöhung, klingt es nach „mehr Geld verlangen“, nach Erhöhung ohne bestimmten Grund.  Positiver klingt hingehen „Gehaltsanpassung“. Hier schwingt im Subtext mit, dass etwas bisher nicht 100% korrekt war und angepasst werden sollte. Im Endeffekt bezeichnen die Begriffe Gehaltserhöhung und Gehaltsanpassung dasselbe, aber je nachdem wie Deine Vorgesetzten ticken, kann es charmanter wirken und Dich Deinem Traumgehalt so einen Schritt näherbringen.

2. Kenne deinen Wert! 

Sich unter oder über dem Marktwert zu verkaufen, kann schneller gehen als gedacht. Wenn Du Dir also unsicher bist, was Deinen Marktwerk betrifft – recherchiere ihn vor dem Gespräch. Erkundige Dich, wie viel Du für die Position verlangen kannst, auf die Du Dich bewerben bzw. auf die Du innerhalb des Unternehmens wechseln möchtest. Eine gute Vorbereitung ist das A und O einer Gehaltsverhandlung, nur so kannst Du sicher und selbstbewusst auftreten. Recherchieren kannst Du im Internet, auf Vergleichsportalen oder in Jobbörsen, natürlich kannst Du Dich auch mit Kollegen austauschen. Du kannst aber auch kostenlose Gehaltscheck, wie diesen nutzen, um Deinen Marktwert zu berechnen.  

3. Kommuniziere präzise und selbstbewusst 

In der Gehaltsverhandlung, egal ob Einstiegsgehalt oder Gehaltsanpassung gibst Du immer das Brutto-Jahresgehalt an. Sei dabei präzise und gib keine Gehaltsspanne an, außerdem soll es von Vorteil sein ungerade Beträge zu nennen. Beispiel: „Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei 46.530 Euro brutto im Jahr.“ oder „57.650 Euro halte ich für angemessen.“. 
Du solltest was Dein bisheriges Gehalt angeht nicht lügen, wenn Du bisher zu wenig verdient haben, sag das offen und selbstbewusst. Zudem ist es von Vorteil nicht zu defensiv in das Gespräch zu gehen, Du kennst Deinen Wert und Du verhandelst hier den Gegenwert Deiner Arbeitsleistung.  

4. Überzeugende Argumente 

In Deiner Vorbereitung hast Du im besten Fall eine realistische Wunschliste erstellt. Gehe zudem Deine Qualitäten – fachlich wie charakterlich – im Detail durch. Gut fundierte Argumente, wieso Dir eine Gehaltsanpassung zusteht, können in der Gehaltsverhandlung der entscheidende Faktor sein. Entscheide aber auch, wo die Grenzen Deiner Kompromissbereitschaft liegen! Aber Achtung: Einen Puffer, um Verhandlungsspielraum einzuplanen, ist wichtig. Mehr als 20 Prozent solltest Du jedoch nur verlangen, wenn Du das fundiert und nachvollziehbar belegen kannst. Falls man Dir ein zu niedriges Angebot macht: Ruhe bewahren! Das kann ein Stresstest sein. Lieber mit kühlem Kopf und sachlichen Argumenten nochmal die Forderung und die dafürsprechenden Argumente wiederholen. 

5. Schlafe eine Nacht drüber 

Indem Dein*e Vorgesetzte*r Dir ein Angebot macht, signalisiert er Dir: Deine Argumente funktionieren, es besteht Verhandlungsbereitschaft und Spielraum Dein Gehalt nach oben anzupassen. Du kannst Dein Interesse bekunden oder bei Bedarf nochmals Deinen Gehaltswunsch erwähnen und natürlich hast Du in der Regel die Möglichkeit, um Bedenkzeit zu bitten. Schlafe lieber eine Nacht drüber, um Dir sicher zu sein, dass Du das Angebot annehmen möchtest. 

Fazit: 

Wer nicht regelmäßig und gut über sein Gehalt verhandelt, verschenkt bares Geld. Also finde Deinen Marktwert heraus und nimm alle weiteren Schritte selbst in die Hand. Wenn Du die Tipps befolgst, kann kaum etwas schief gehen. Wir wünschen Dir viel Erfolg bei Deiner Gehaltsverhandlung!